Die Route
K 400: 400 Kilometer KalandKör am Balaton
Du suchst mehr als die übliche Balaton-Umrundung auf dem Radweg? Wenn du die versteckten Seiten der Region entdecken willst und vor Schotter, Anstiegen und echtem Abenteuer nicht zurückschreckst, gehört der KK400 KalandKör auf deine Liste.
Auf dieser 400 Kilometer langen Runde mit 3566 Höhenmetern lässt du den oft stark frequentierten Balaton-Radrundweg hinter dir und tauchst in ruhigere, weniger bekannte, aber großartige Landschaften ein. Die Route führt durchs Balaton-Oberland, durchs Káli-Becken, an den Zeugenbergen vorbei und hinein ins Keszthelyer Gebirge. Du erlebst die faszinierende Tier- und Pflanzenwelt des Kis-Balaton aus nächster Nähe, kämpfst dich über die Hügel von Somogy und wirst mit Ausblicken belohnt, die viele Balaton-Radler nie zu Gesicht bekommen. Dazu kommen Restaurants, Gasthäuser und Weinkeller abseits des Ufers - und einige der schönsten Aussichtspunkte der Region liegen ebenfalls direkt an der KK400-Route
Um die Tour leichter planbar zu machen, haben wir die Runde in 12 Etappen unterteilt; damit ist sie für alle erreichbar, die regelmäßig Rad fahren. Im Folgenden schlagen wir jedoch eine größere Herausforderung vor - als Inspiration für alle, die den KK400 in drei Tagen angehen möchten. Ähnlich wie bei der klassischen Balaton-Umrundung haben wir die Gesamtstrecke auf 3 Tage verteilt. Die dreitägige Variante - vor allem, wenn du die komplette Runde am Stück fährst - verlangt allerdings nach guter Kondition und der richtigen Radwahl. Einige Etappen lassen sich auf einem schlichten Tourenrad bewältigen, doch im anspruchsvolleren Gelände sind Profilreifen und etwas Dämpfung klar im Vorteil; ein Gravelbike ist die Mindestempfehlung. Wenn du ganz entspannt auf Nummer sicher gehen willst, nimm ein Mountainbike. Wenn dir Tempo und Effizienz wichtig sind, ist das Gravelbike die beste Wahl.
Szabadifürdő ist ein idealer Start- und Zielpunkt für diese Dreitagesrunde. Hier gibt es nicht nur einen QR-Code, sondern vor allem den unkompliziertesten Einstieg in den KK400: aus dem Zug steigen und direkt losrollen. Als Zwischenstopps eignen sich Tapolca und Fonyód, wo du vom Frühling bis in den Herbst zuverlässig Unterkünfte findest. Auch die Bahnverbindungen stimmen, wenn du schnell zurück zum Ausgangspunkt möchtest oder die Runde lieber von einer dieser Städte aus beginnst.

KK400 1. Tag:
Szabadifürdő-Tapolca
125
km, 1178/1167 m Höhenunterschied
Siófok-Szabadifürdő ist per Bahn bequem erreichbar - ideal für einen Start im Bikepacking-Stil. Die Runde beginnt auf dem Balaton-Radrundweg, der sich perfekt zum Einrollen eignet und bald den ersten spektakulären Uferabschnitt liefert. Bei Balatonvilágos öffnet sich der Blick über den gesamten See aus einer Perspektive, die man nicht alle Tage sieht. Die erste kleine Herausforderung ist der Anstieg von Akarattya, belohnt mit einem großartigen Aussichtspunkt am Hochufer. Lockeres Rollen führt weiter bis Balatonalmádi, bevor uns ein abwechslungsreiches und überraschend romantisches Tal hinauf Richtung Veszprém leitet. Kaum liegt die Stadt der Königinnen hinter uns, fahren wir auf einer der wohl ruhigsten Radrouten der Region. Von dort bis Tapolca wechseln sich verkehrsarme Straßen, klassische Gravel-Stücke und leichte Offroad-Passagen fast ohne Unterbrechung ab. Hinter Mencshely wird das Terrain etwas rauer: mehr Waldwege, mehr Schotter, mehr kurze Blicke auf den Balaton zwischen Bäumen und Reben. Ab Balatonhenye folgt ein weiterer Panoramaabschnitt, der sich ideal mit einer Mittagspause in Köveskál verbinden lässt. Je mehr Kilometer in den Beinen stecken, desto besser tun solche Stopps. Naturfans sollten das Steinmeer mit dem schwankenden Stein nicht verpassen, Eisliebhaber tanken in der Kő Fagyi neue Energie - außerhalb der Saison bitte die Öffnungszeiten checken. Auf dem Mix aus Asphalt und Naturwegen öffnet sich später noch einmal das große Panorama über das Káli-Becken und die Zeugenberge. Über Salföld Major, mit einer Schleife am Badacsony und einem möglichen Stopp am Folly-Arboretum, führt die Route schließlich via Káptalantóti und einen weiteren unbefestigten Abschnitt nach Tapolca.
KK400 2. Tag:
Tapolca-Fonyód
128,5
km, 870/829 m Höhenunterschied
Wer Tag 2 in Tapolca beginnt, hat ausreichend Zeit, locker in den Tritt zu kommen.
Bis Balatonederics verläuft die Route größtenteils auf Radwegen, und auch bis Lesence steht kein wirklich harter Anstieg an. Das gibt dir Raum, die Landschaft zu genießen: zuerst die Basaltsäulen des Szent György-hegy, dann die weiten Blicke über den Balaton. Ab Ederics zieht die Straße hinauf Richtung Lesence, wo die nächste kleine Kletterpartie wartet. Danach geht es auf einer der schönsten Straßen im Keszthelyer Gebirge hinunter bis zur Abzweigung nach Vállus. Dort beginnt das Offroad-Kapitel des Tages, und bis Rezi kann es nach Regenfällen in den Vortagen spürbar schlammig werden. Ab Rezi rollt es angenehm auf Asphalt hinunter nach Hévíz, bevor bei Alsópáhok noch einmal Höhe gesammelt wird. Damit ist der größte Teil der Tages-Höhenmeter aber bereits geschafft. Ab Szentgyörgyvár beginnt klassisches Gravel-Terrain - und zugleich einer der atmosphärisch dichtesten Abschnitte des Tages. Lange Passagen auf festem Schotter oder gewalztem Erdweg fahren sich fast wie Asphalt und bringen dich ganz nah an die Natur. An der Kányavári-Insel lohnt sich ein kurzer Spaziergang hinauf auf die Brücke. Nach Vörs übernehmen wieder Asphalt und ein hochwertiger Radweg bis Balatonberény, von dort bringt dich der Balaton-Radrundweg weiter nach Fonyód. Wer zum Sonnenuntergang ankommt, sollte sich den kurzen Anstieg zum Walkó-Aussichtspunkt für ein paar starke Fotos nicht entgehen lassen.
KK400 3. Tag:
Fonyód-Szabadifürdő
132
km, 1481/1500 m Höhenunterschied
Auch Tag 3 beginnt freundlich auf flachem Asphalt. Von Fonyód führt die Route durch die Moorlandschaft über Buzsák und Öreglak bis an den Rand von Somogyvár - auf ausgewiesenen Fahrradrouten und Radwegen. Ab Somogyvár wird es allerdings ernst: Hier beginnt der härteste Teil des KK400-KalandKörs. Die Höhenmeter stapeln sich in den Hügeln von Somogy, und auch der Untergrund fordert. Weicher Sand, der das Vorderrad förmlich festhält, und nach längeren Regenperioden auch tiefer Schlamm können den Rhythmus deutlich bremsen. Dafür fährst du durch eine typische Landschaft von Somogy, und vor Földvár liefert die Gegend rund um die Talbrücke eine eindrucksvolle Bühne für diesen Abschnitt.
Nach Földvár kommen weitere Höhenmeter hinzu, allerdings in deutlich angenehmerem Takt. Kühle Waldasphaltstraßen tragen dich bis zur M7, dann rollt die Strecke hinunter zum Jagdhaus Alirét. Anschließend folgt ein Offroad-Stück bis Töreki, das bei Nässe schwer und schlammig werden kann. Hinter dem Töreki-Hügel unterbricht nur noch ein kurzer Feldweg-Anstieg die einfachen letzten Kilometer bis Siófok. Am Szőlőhegy hinter Kiliti merkst du spätestens ein letztes Mal, wie trügerisch die Vorstellung ist, das Südufer des Balaton sei flach...