In 3 Tagen auf dem KalandKör400 mit Paraferee

Von "Paraferee", also von Feri Benecz, können wir seit Jahrzehnten in verschiedenen Foren nicht nur Berichte über Radtouren lesen. Deshalb ist es eine besondere Ehre, dass er auch den KalandKör400 absolviert hat und uns außerdem einen kurzen Bericht darüber geschrieben hat:

EINE SEHR UNKLASSISCHE BALATON-UMRUNDUNG AM HEISSESTEN WOCHENENDE DES JAHRES

Schon seit dem Balaton Bike Derby habe ich dieses kribbelnde Gefühl, diese von Fröccs berauschende und von der Leistung stolze Erinnerung, dass man den Balaton nicht nur auf der klassischen, ufernahen, mit Menschen (und Idioten) gefüllten Route umrunden kann. Gravel-Bikepacking ist sowieso ein Teil von mir (seitdem bin ich mehrere ähnliche Routen gefahren), und weil das BBD nur einmal im Jahr stattfindet und seine Strecke offiziell nicht wirklich zu anderen Zeiten gefahren werden kann, gibt es zum Glück den KK400, also den Kaland Kör, der das BBD in vielen Details enthält, aber natürlich dennoch anders ist. Gleich zu Beginn steht die Tatsache, dass der KK400 überwiegend auf befestigten Wegen verläuft (im Verhältnis 70/30%), was zugleich gut und schlecht ist... jede und jeder kann selbst entscheiden, wohin die Waage ausschlägt. Wichtig ist: Er ist das ganze Jahr über jederzeit fahrbar.

DAS MOTTO DES WOCHENENDES: "NICHT ICH WÄHLE DAS WETTER, SONDERN ES WÄHLT MICH"

Es war nicht beabsichtigt, am heißesten Wochenende des Jahres auf einer Strecke zu starten, auf der es größtenteils keinen Schatten gibt... so hat es sich ergeben. Aber eigentlich wäre das kein Problem, wenn man sich auf die öffentlichen blauen Trinkbrunnen verlassen könnte, ergänzt durch die Extras der kleinen Versorgungsstellen. Morgens startest du früh, füllst oft nach, kommst dabei ruhig, aber entschlossen voran, abends ein Bad im Balaton... doch in der Region steht beides auf wackligen Beinen. Die meisten Brunnen sind abgebaut oder liefern kein Wasser, viele Kneipen sind ebenfalls geschlossen... man muss also sehr aufmerksam sein.

Aus den Erinnerungen an den früheren, rückblickend schon lustigen Hitzschlag während des BBD lernend fahre ich heute viel klüger: Ich gieße mir oft Wasser über den Kopf und fülle ständig Flüssigkeit nach... bei jeder Gelegenheit nachgefüllt/neu befüllt, eine kalte Cola gekippt, und in der heißesten Tageszeit habe ich mich für anderthalb bis zwei Stunden in den Schatten zurückgezogen - am Samstag zum Beispiel auf dem Schamanenhügel oberhalb von Nezde am vom BBD bekannten überdachten Aussichtspunkt, am Sonntag auf der Terrasse eines Cafés. DIE RUNDE IN DREI ABSCHNITTEN

Der auf der KK400-Seite sichtbaren Empfehlung folgend plante ich sportlich zu fahren, also entgegen dem Uhrzeigersinn, mit Start in Tapolca, aufgeteilt in 138-134-125 km. Mit meinem Freund Gábor sind wir mit großer Begeisterung losgefahren, in Fonyód kamen wir jedoch nicht ungetrübt glücklich an... leider setzte Gábor wegen der Schmerzen nach einem kleineren Sturz am nächsten Tag das Abenteuer nicht mit mir fort, was einen weiteren erschwerenden Faktor brachte: allein fahren... vielleicht gibt es Menschen, die gut in ihrer eigenen Welt zurechtkommen, ich bin aber nicht so. Außerdem kommt ein technischer Risikofaktor dazu: einkaufen gehen oder in eine Kneipe ohne Schloss wird zu einer schwierigen Aufgabe. Am zweiten Tag kam zu Distanz und Hitze auch noch die Herausforderung des sandigen Somogy dazu. Die Tageskletterei lag deutlich über 2000 m, und zum Glück meidet die Route die schlimmsten Passagen, sodass ich mein Rad nur auf einem sehr kurzen Abschnitt schieben musste.

Ich weiß nicht, ob deshalb die offizielle Empfehlung so war, aber für den letzten Tag blieb sehr viel Asphalt übrig, worüber ich mich diesmal nicht beschwert habe. Vor der brutalen Hitze konnte man in gutem Tempo fahren und den größeren Teil des Tages reibungslos abspulen. Leider gibt es vor Tapolca, im Bereich um Ábrahámhegy, etwas Verwirrung bei der Beschilderung und beim Charakter der Strecke, aber inzwischen weiß ich, dass der dortige Abschnitt von etwa 6-7 km nur als sofortige Lösung eines großen Problems eingebaut wurde, also nicht sicher ist, dass er so bleibt...WENN DU ABENTEUER SUCHST

Der Wert des KK400 liegt - zusätzlich dazu, dass wir eine markierte große Bikepacking-Route haben - vor allem in seinen küstenfernen Abschnitten, durch die du versteckte Dörfer entdecken und dich von den Menschenmassen lösen kannst, aber wenn du willst, springst du trotzdem jeden Abend in den Balaton. Vorausgesetzt, du zahlst die gesalzenen Camping- und Strandpreise, denn das Ufer ist brutal verbaut und die freien Abschnitte verschwinden erschreckend schnell. Am ersten Abend in Fonyód haben wir den Platz abends noch so gerade gefunden, aber am zweiten Tag, noch müder und noch verschwitzter, hatte ich keine Kraft mehr zu suchen, und tatsächlich kostete mich der Zugang zum Campingplatz 7200 Forint... Mit zwei kleinen Verfahrern wurde die Runde 397 km lang, mit 5720 m Höhengewinn. Rechnet man dazu noch die Sandpassagen des zweiten Tages, verstehe ich die Müdigkeit in meinen Oberschenkeln nun vollkommen...